Theater in Bewegung
11. Internationale Woche des körperbetonten
Theaterspiels in Jena
19. - 28. November 1999
Der weitgehende Verzicht auf
die Wortsprache bei gleichzeitiger Betonung der körpersprachlichen und
bühnenbildnerischen Akzente vermochte schon immer einen ganz eigenen Zauber zu entfalten.
Die Verflechtung musikalischer und visueller Motive zu sinnlich wahrnehmbaren Bildern und
Bedeutungen spricht den Zuschauer unmittelbar emotional an, womit sich eine
unvergleichlich lebendige Beziehung zwischen Publikum und Bühne herstellt.
1997 war es das zehnte und
letzte Mal, daß die Jenaer Pantomimetage unter diesem Titel veranstaltet wurden, denn
dieses Mimenfestival hatte sich im Laufe der Jahre selbst in eine Richtung entwickelt,
daß sein ursprünglicher Name nicht mehr seinem Inhalt entsprach. Daher haben die
Organisatoren einen mutigen Schritt gewagt und die Pantomimetage neu betitelt.
Nunmehr firmiert diese
Veranstaltungsreihe unter "Theater in Bewegung". Mit der neuen Bezeichnung des
Festivals sollen zwei Tendenzen begrifflich und inhaltlich verknüpft werden.
Zum einen geht es darum, den
Stand der Eigenentwicklung dieses Theatergenres widerzuspiegeln, zum anderen soll der
Prozeß des Hervorbringens immer neuer "Bildsprachen" und körperlicher
Ausdrucksformen beschrieben werden. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf deutschen
Tanztheaterproduktionen und gewissermaßen in Konfrontation dazu haben wir Ensembles
eingeladen, die aus einer anderen Tradierung kommen und diese auch in ihrem Stil
verkörpern. Allen Stücken gemeinsam ist allerdings der eigenwillige Umgang mit Licht,
Körper und Raum sowie der weitgehende Verzicht auf Sprache. Diese gewollte
Gegenüberstellung soll den Besucher ermutigen, sich mit neuen Formen des
Bewegungstheaters auseinanderzusetzen, sich selbst sein Urteil zu bilden. Auf keinen Fall
wollen wir sagen, was modern und brandaktuell ist, ist auch gut.
Eröffnet wird das Festival am
19. November mit Helena Waldmanns neuem Stück "Ceshire Cat", einer Performance,
in der Licht, Raum und Ton sowie Tänzer gleichwertige Elemente einer aus den Fugen
geratenen Szene zu sein scheinen (19./20.11, Theaterhaus)
Der Choreograph Rui Horta
versucht in seinem Projekt "Zeitraum" in Anlehnung an Ideen des postmodernen
Schriftstellers Italo Calvino eine Annäherung an das, was man mit purer Bewegung
umschreiben könnte. (25./26.11., Theaterhaus)
Mit Pinok und Matho konnten
wir die beiden großen Damen der französischen Pantomimeszene nach Jena holen, die in
ihrer langen Bühnenkarriere Pinok und Matho entscheidende Impulse für eine offene und
schöpferische Konzeption der Mimenkunst gegeben haben. (21./22.11., Theaterhaus)
Yvette Bozsik und ihre
Compagnie aus Budapest sind in Jena keine Unbekannten mehr. Sie gastierten bereits im
Ungarnjahr 98 in unserer Stadt und begeisterten mit der Vertanzung des
"Wunderbaren Mandarin" von Béla Bartók das Publikum. (23.11., Theaterhaus)
Auch Neville Tranter vom
Stuffed Puppet Theatre war schon in der Saalestadt zu Gast. In diesem Jahr kommt er mit
der Lovestory "Salomé", deren biblische Schilderung nur eine von zahlreichen
Versionen der Darstellung ist und in deren Verlauf der aufmerksame Zuschauer - vielleicht
etwas irritiert feststellt - puppets need loving too.(27./28.11., Theaterhaus)
Von ganz weit her kommen die
fünf Artisten aus Kirgisien. Mit dem vielversprechenden Titel "Farben des
Ostens" verbinden sie in ihrem Programm auf merkwürdige und überraschende Weise
Elemente der klassischen Pantomime, der Akrobatik und der Clownerie. (20./21.11.,
Volkshaus)
Und natürlich ist auch an die
kleinen Theaterfreunde gedacht. "Der kleine Muck" hat sich für den 20./21.
November angesagt und am zweiten Festivalwochenende wird mit "Watamami" ein
phantasievolles Kindertanztheaterstück aus Belgien sowohl Kinder als auch Erwachsene zu
faszinieren wissen.
Gespielt wird an drei
Veranstaltungsorten: Im Theaterhaus Jena, im Jenaer Volkshaus sowie auf der Bühne des
Angergymnasiums. Eintrittskarten sind ab Ende Oktober d. J. in der Jena Tourist-Information erhältlich.
Veranstalter: Kulturamt Jena,
Kontakt: Kulturamt Jena, Tel: 0 36 41 / 49 26 85, Fax: 0 36 41 / 49 26 7, e-mail: kulturamt@jena.de |