Pinok & Matho
Frankreich

In bleicher Dämmerung, wenn der Ball zu Ende, werfen Pierrots und Vermummte ihre Masken ab, finden die verlassene Straße und, vor dem Spigel, ihr wahres Gesicht.

Pinok und Matho lüften diese Maske erbarmungslos. Die beiden großen Damen der fränzösischen Pantomime lassen sich nicht in ein System einschließen. Sie haben nichts gemein mit dem traditionellen Bild des weißgepuderten Pantomimen. Mit großer Souveränität erforschen die beiden die möglichen Beziehungen zwischen zwei Spielern, sei es in Bezug auf die künstlerische Form oder den dramatischen Inhalt. Sie sind den Clowns ebenso verwandt wie den Shakespeares Tragödien oder den Schauspielrn des No-Theaters. Seltsam, komisch, intensiv und verwirrend ziehen sie uns in eine Welt, in der Spott und Humor, der Alptraum, die Tragödie, das theatralische Ritual zusammenwohnen. Sie laden uns ein, "die Erscheinungen zu durchdringen" bis zum dunklen Wesensgrund, bis zu den Abgründen von Schlaf und Tod.

"Der Mime muß ein Klima erschaffen, in dem es notwendig ist, sich mit dem Körper auszudrücken und mit nichts anderem. Das erfordert eine außerordentliche Verinnerlichung. Der menschliche Austausch im Alltagsleben vollzieht sich im Lärm: Man bewegt sich, ereifert sich, spricht, aber wenn wir aufmerksam verfolgen, was sich abspielt, werden wir leicht hinter dem Ablauf dieses äußerlichen Lebens eine unterirdische, die wahre Aktion entdecken, und die spielt sich in der Stille ab - diese Aktion ist es, die zur Domäne des Mimen gehört - sie ist nichts anderes als das Leben in seiner Tiefe", sagte vor vielen Jahren der berühmte Mime und Regisseur Jean-Louis Barrault. Und das ist es, was Pinok und Matho auf bewundernswerte Weise erfassen. Wir erleben mit ihnen eine Kunst der Bewegung, die uns über die Fähigkeiten des Körprs nachdenken läßt sowie über die große Spannung, die eine reine Bewegung - mit Leidenschaft in den leeren Raum geschrieben - erreichen kann.

Zwei großartige Künstlerinnen, die in ihrer langen Bühnenkarriere fast den ganzen Globus bereisten, kommen nach Jena mit einem Programm, das neun ganz verschiedene Etüden beinhaltet.

Mitglieder der Gruppe: Monique Bertrand, Mathilde Dumont, Catherine Larousse

Programm:

  • Die Königinnen
  • Die Stadt
  • Zwei auf einer Bank
  • AU! oder Wie schön ist das Leben!
  • Oú sont tous mes amants? Wo sind alle meine Liebhaber?
  • Gegenwart von Hiroshima

Pause

  • Totem
  • Weihnachtsgeschenk für Anna
  • Temps distillé - distilled time

Eintritt:
VVK 12/17 DM ermäßigt/voll zzgl. Vorverkaufsgebühr
AK 17/22 DM ermäßigt /voll

 
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