www.jenaonline.de
Home Jena Kultur Termine Anzeigen

Volkshaus Jena

Anzeigesimyo - Deutschlands erster Mobilfunk-Discounter

Volkshaus Jena

Übersicht
Geschichte
 Chronik
Ausstattung
Service
Räume
Kontakt
Veranstaltungen
Rückblick
Tickets Online
English
Volkshaus Chronik
Partner von JENA. Stadt der Wissenschaft 2008
 
Geschichte

100 Jahre Volkshaus"Unsere Stadt darf stolz sein auf diesen Volkspalast"
So jubelte die Jenaische Zeitung am 21. September 1902. Tags zuvor war der erste Bauabschnitt des imposanten Gebäudekomplexes Volkshaus eingeweiht worden. Die Bedeutung des Augenblicks erfassend, resümierte das Blatt euphorisch: "Jena hat mit der neuen Lesehalle eine Einrichtung erhalten, wie sie in solcher Großartigkeit auf dem Kontinent einzig ist.".

Ein reichliches Jahr später, am 1. November 1903, konnte dann der Bau in seiner Komplexität der Öffentlichkeit übergeben werden.

Volkshaus Jena - Historische AnsichtErnst Abbe (1840-1905), genialer Wissenschaftler und Sozialreformer, Professor für Physik in Jena und langjähriger enger Mitarbeiter von Carl Zeiss und Otto Schott, hatte sich gegen massive Widerstände nachdrücklich für ein öffentliches Gebäude, das ausnahmslos jeder politischen und kulturellen Initiative offen stehen sollte, eingesetzt. Die kongeniale Umsetzung dieses Projektes verwirklichte sein enger Freund und Mitarbeiter Siegfried Czapski.

Zwischen 1901 und 1903 entstand in mehreren Bauabschnitten am südwestlichen Innenstadtrand - heute Carl-Zeiß-Platz 15 - das Volkshaus. Dessen Name sollte Programm sein: ein Haus für das Volk. Diesem Credo ist das Haus bis heute treu geblieben.

Für den Entwurf des Gebäudes wurde der renommierte Leipziger Architekt Arwed Roßbach beauftragt. Die künstlerische Ausgestaltung (Großer und Kleiner Saal sowie Foyer der Bücherei) übernahm Erich Kuithan, der 1903 an die neu zu gründende freie Zeichenschule in Jena berufen worden war.

Neben Zeichenschule und Bibliothek waren im Gebäude die Großherzogliche Gewerbeschule, der Jenaer Kunstverein, das Schaeffermuseum und der Lehrlingsverein untergebracht.

Mit der Einweihung des Großen Saales (damals 1400 Plätze), dessen hervorragende Akustik bis heute bei Orchestern und Dirigenten einen ausgezeichneten Ruf genießt, begann für Jena eine neue Epoche der Musikkultur. Der Konzertsaal wurde zum Mittelpunkt des musikalischen Lebens.

Historische Ansichtskarten Historische Ansichtskarten Historische Ansichtskarten
Historische Ansichtskarten

Vorerst gastierten verschiedene Orchester aus Weimar, Meiningen oder Leipzig; später wurde das Programm des Hauses durch Aufführungen der "Dresdner Staatsoper" ergänzt. Höhepunkte waren das VII. Deutsche Brahmsfest 1929 und die Jenaer Musikfeste von 1930 und 1931, die von den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler ausgestaltet wurden.

Mit der Weihe der neuen Volkshausorgel erklang die "Königin der Instrumente" erstmals am 10. Dezember 1906. Max Reger, einer der namhaftesten Komponisten seiner Zeit, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Jena und war mehrmals als Organist im Volkshaus zu erleben. In Vorbereitung auf die 700-Jahrfeier der Stadt erhielt Jena am 1. November 1934 ein eigenes städtisches Sinfonieorchester, das am 21. September 1969 in den Status einer Philharmonie erhoben wurde. Das Volkshaus ist bis heute Konzert- und Heimstätte des Orchesters.

Darüber hinaus fanden im Volkshaus alle wichtigen Festveranstaltungen statt.

Foyer Foyer Treppenaufgang
Foyer Treppenaufgang

Nach dem 2. Weltkrieg und der Gründung der DDR wurde das Volkshaus vornehmlich als Kulturhaus des Kombinates VEB Carl Zeiss Jena genutzt. Zahlreiche Volkskunstkollektive, Zirkel und Arbeitsgruppen sowie zwei Jugendklubs fanden hier ihre Heimat. Eine Vielzahl der Veranstaltungen waren Betriebsveranstaltungen des Kombinates. Konzerte von national und international bekannten Künstlern fundierten die kulturelle Bedeutung des Volkshauses für die gesamte Region.

Nach der politischen "Wende" vom Herbst 1989 hat schließlich am 15. September 1991 die Stadt Jena durch einen langfristigen Pachtvertrag mit dem Eigentümer (Ernst-Abbe-Stiftung) die Trägerschaft des Volkshauses und der Ernst-Abbe-Bücherei übernommen und sich damit zur Verantwortung für das Vermächtnis Ernst Abbes bekannt.

Seit 1992 investierten die Stadt Jena und das Land Thüringen mehrere Millionen Euro in die Werterhaltung und Sanierung des Baukörpers.
Heute werden die Räumlichkeiten des Volkshauses durch die Ernst-Abbe-Bücherei und die Jenaer Philharmonie sowie die Vereine Klubkeller Modul, Sinfonieorchester Carl Zeiss Jena und Tanztheater Jena genutzt.

Zeitungslesesaal um 1910 Fasching in den 20er Jahren Brahmsaufführung 1928 / Dirigent: W. Furtwängler
Zeitungslesesaal um 1910 Fasching in den 20er Jahren Brahmsaufführung 1928
Dirigent: W. Furtwängler

Während im Hause die Philharmonie mit ihren Konzerten im wesentlichen den klassischen Bereich bedient, wird vom Bereich Volkshausverwaltung - neben der Vermietung und Koordinierung der Räumlichkeiten - ein eigenes Veranstaltungsangebot mit anspruchsvollen Programmen der unterhaltsamen Genres (Jazz, Chanson, Folk, Kabarett, musikalisch-literarische Programme, Musical, Ballett, Kinderprogramme u.a.) angeboten.

Das Volkshaus mit seinem altehrwürdigen Ambiente und seinen vielseitigen Kultur- und Bildungsangeboten hat sich zu einer Konzert- und Versammlungsstätte entwickelt, die weit über Jena hinaus eine Wertschätzung genießt.

  © 2009 digital concept / Impressum
Letzte Aktualisierung: 16. Sep 09